Ibuprofen bei Diabetes: Was Sie über Wirkung, Risiken und eine sichere Anwendung wissen sollten
Das Wichtigste in Kürze
- Ibuprofen ist ein Analgetikum (NSAR) und wird bei leichten bis mäßigen Schmerzen wie Kopfschmerzen, Zahnschmerzen oder Regelschmerzen und Fieber sowie entzündlichen Prozessen angewendet.
- Gemäß wissenschaftlichem Stand ist kein direkter Einfluss von Ibuprofen auf den Blutzuckerspiegel nachgewiesen.
- Neueste Erkenntnisse zeigen einen Einfluss auf den Geschmacksrezeptor für Süßes und daraus resultierende mögliche Regulation des Glukosestoffwechsels. Hierzu sind jedoch weitere Forschungen und Studien notwendig.1
- Eine ärztliche Absprache oder Rücksprache in der Apotheke ist vor der Einnahme von weiteren Arzneimitteln, wie Ibuprofen, angeraten.
Warum greifen viele Menschen zu Ibuprofen?
Ibuprofen wird häufig zur Behandlung von leichten bis mäßigen Kopf-, Muskel- oder Gelenkschmerzen, Fieber und Entzündungen eingesetzt.2 Auch viele Menschen mit Diabetes nutzen es, da Infekte und Entzündungen durch einen schlecht eingestellten Blutzucker begünstigt werden.3
Beeinflusst Ibuprofen den Blutzucker?
Ein direkter Einfluss von Ibuprofen auf den Blutzuckerspiegel ist wissenschaftlich bislang nicht bewiesen.
Aktuelle Forschungsergebnisse gehen einem indirektem Zusammenhang nach, dass Ibuprofen einen Einfluss auf den Glukosestoffwechsel haben könnte. Wissenschaftler haben entdeckt, dass das Medikament den Geschmacksrezeptor für Süßes, im Körper hemmt, der nicht nur beim Schmecken, sondern auch bei der Regulation des Glukosestoffwechsels beteiligt ist. Erste Studien zeigen: Wenn dieser Rezeptor durch Ibuprofen blockiert wird, lässt die Geschmacksintensität von Süß bei den teilnehmenden Probanden nach.4 Gleichzeitig zeigen diese ersten Ergebnisse nicht nur eine Veränderung der Geschmackswahrnehmung, sondern auch einen Einfluss auf die metabolischen Effekte von Glucose5, was langfristig sogar den Blutzuckerspiegel beeinflussen könnte.6
Kurz gesagt: Es gibt spannende Hinweise, dass Ibuprofen den Blutzucker beeinflussen kann – aber die Forschung steckt noch in den Anfängen und zur Bestätigung der Ergebnisse braucht es noch weitere Studien. Für Menschen mit Diabetes ist es deshalb wichtig, Ibuprofen weiterhin nur wie gewohnt und nach ärztlicher Empfehlung einzunehmen.
Welche Risiken bestehen bei Diabetes?
1. Nierenbelastung
Langfristig erhöhte Blutzuckerwerte können die Funktion der Nieren schädigen.7 Eine geschwächte Nierenfunktion oder chronische Nierenschäden sind daher eine bekannte Folgeerkrankung bei Patienten mit Typ-2-Diabetes.8 NSAR, wie Ibuprofen, können die Nieren zusätzlich belasten und das Risiko für akute oder weitere Nierenschäden erhöhen.
2. Herz-Kreislauf-System
Viele Menschen mit Diabetes haben Bluthochdruck9 oder Herz-Kreislauf-Erkrankungen10. Ibuprofen kann die Wirkung von entwässernden und blutdrucksenkenden Arzneimitteln abschwächen. Gleichzeitig zeigt eine Studie, dass sich das Risko für Herzinsuffizienzen bereits bei kurzzeitiger Einnahme von Ibuprofen erhöhen kann.11 Daher ist Ibuprofen bei bekannten Herz-Kreislauf-Erkrankungen nur mit Vorsicht und nach Rücksprache mit dem behandelnden Arzt einzunehmen.
3. Magen & Verdauung
Die Einnahme von Ibuprofen kann einen Einfluss auf die Magenschleimhaut haben und dadurch Magenbeschwerden verursachen oder verstärken.1 Da einige Diabetesmedikamente (z. B. Metformin) ebenfalls den Magen belasten können12, kann es in Kombination häufiger zu Beschwerden kommen.
Verträgt sich Ibuprofen mit Diabetes-Medikamenten?
Hinweise zu Wechselwirkungen von Antidiabetika und Ibuprofen finden Sie in dem jeweiligen Beipackzettel Ihres Medikaments. Klinische Untersuchungen haben Wechselwirkungen zwischen NSAR und Sulfonylharnstoffen (Mittel zur Senkung des Blutzuckers) gezeigt. Bei gleichzeitiger Anwendung von Ibuprofen und Sulfonylharnstoffen wird vorsichtshalber eine Kontrolle der Blutzuckerwerte empfohlen.
Zu Risiken und Nebenwirkungen sprechen Sie daher mit Ihrer Ärztin, Ihrem Arzt oder fragen Sie in Ihrer Apotheke.