Warum die weißen Blutkörperchen während der Chemotherapie so wichtig sind
Das Wichtigste in Kürze
- Weiße Blutkörperchen sind zentrale Komponenten unseres körpereigenen Abwehrsystems.
- Während einer Chemotherapie werden oftmals auch die gesunden Zellen angegriffen werden und damit die Anzahl an weißen Blutkörperchen senken.
- Mit besonderen Vorsichtsmaßnahmen können Patienten die kritische Phase während und nach einer Chemotherapie besser überstehen und ihr Immunsystem stärken.
- Bei Unsicherheiten, Unwohlsein und Rückfragen sollten sich Patienten zeitnah an ihr behandelndes medizinisches Team wenden.
Während einer Chemotherapie kümmern sich viele Patienten vor allem um das direkte Bekämpfen des Tumors. Auch ein wichtiger Aspekt: die weißen Blutkörperchen. Sie spielen eine entscheidende Rolle beim Schutz vor Infektionen und bei der Stabilität des Immunsystems. Ärztinnen, Ärzte und Pflegepersonal überwachen deshalb die Blutwerte genau.
Was sind weiße Blutkörperchen & ihre Funktion?
Weiße Blutkörperchen (Leukozyten) sind zentrale Komponenten unserer Abwehr. Sie identifizieren und bekämpfen Krankheitserreger wie Bakterien oder Viren, regulieren Entzündungen und helfen bei der Heilung von Wunden. Besonders wichtig sind neutrophile Granulozyten, die häufigste Art von weißen Blutkörperchen.1
Warum sinkt ihre Zahl während der Chemotherapie?
Viele Chemotherapeutika wirken nicht nur gegen Krebszellen, sondern treffen auch gesunde Zellen im Knochenmark – dort, wo weiße Blutkörperchen gebildet werden.
Dadurch kann die Produktion weißer Blutkörperchen vorübergehend eingeschränkt sein.2
Welche Risiken ergeben sich durch niedrige Werte?
Wenn die Zahl der weißen Blutkörperchen stark reduziert ist, steigt das Risiko für Infektionen deutlich: Der Körper hat weniger Abwehrzellen, um Erreger effektiv zu bekämpfen.
Das ist besonders kritisch, weil manche Infektionen sich schneller ausbreiten oder schwerer verlaufen können.2
Wann ist das Risiko besonders groß?
Nach einer Chemotherapie erreicht die Leukozytenzahl oft ihren Tiefpunkt, typischerweise 7 bis 10 Tage nach der Therapie.2 In dieser Phase ist das Risiko für Infektionen besonders erhöht.3 Regelmäßige Blutkontrollen sind daher essenziell.4
Was können Patienten selbst tun?
- Temperatur leicht überwachen: Bereits Fieber ≥ 38 °C sollte nicht ignoriert werden.
- Gute Hygiene: Händewaschen, Kontakt zu Menschen mit Infekten möglichst vermeiden.
- Ernährung & Alltag: Frische Lebensmittel gründlich waschen, Fleisch/Fisch durchgaren, ausreichend trinken.
- Symptome zeitnah abklären: Schon kleine Veränderungen wie Müdigkeit, Halsschmerzen oder Schüttelfrost könnten warnen.5
Medizinische Unterstützung des Immunsystems
Neben Vorsichtsmaßnahmen gibt es bei Bedarf und Indikation medizinische Möglichkeiten, die das Immunsystem während einer Chemotherapie unterstützen können:
- Wachstumsfaktoren für weiße Blutkörperchen (G-CSF): Diese können gezielt die Neubildung von Abwehrzellen anregen und das Infektionsrisiko senken.5
- Begleitmedikamente während der Chemotherapie: Bestimmte supportive Therapien helfen, das Immunsystem zu stabilisieren und die Blutwerte zu überwachen.
- Alle Maßnahmen werden ärztlich individuell angepasst, abhängig von Art, Dosierung und Zyklus der Chemotherapie.
Patienten sollten immer Rücksprache mit dem behandelnden Team halten, bevor neue Medikamente eingesetzt werden.
Fazit
Warum die weißen Blutkörperchen während der Chemotherapie so wichtig sind: Sie sind essenziell, weil sie als zentralen Zellen des Immunsystems den Körper vor Krankheitserregern schützen und Infektionen erkennen und bekämpfen – gerade in einer Phase, in der der Körper durch die Therapie geschwächt ist. Die enge Kontrolle der Blutwerte, ein wachsames Auge auf Warnzeichen und präventives Verhalten helfen, Risiken zu minimieren und Infektionen zu vermeiden.