Abbildung zweier Blutgefäße, das eine ist gesund, das andere enthält wenige weiße Blutkörperchen

Neutropenie während der Chemotherapie – Ursachen, Risiken und was Sie beachten sollten

Das Wichtigste in Kürze

  • Bei einer Neutropenie ist die Zahl der neutrophilen Granulozyten im Blut stark verringert. Das kann die Gefahr für Infektionen erhöhen.
  • Die Behandlung mit vielen Zytostatika während einer Chemotherapie kann die Bildung von neutrophilen Granulozyten, einer Untergruppe von weißen Blutkörperchen, hemmen.
  • Risikogruppen sollten auf Symptome achten und sich bei Fieber an ihre Ärztin, ihren Arzt oder das behandelnde Team wenden.

Während einer Chemotherapie kann das Immunsystem geschwächt sein. Eine häufige Ursache ist die sogenannte Neutropenie – ein Mangel an neutrophilen Granulozyten. Diese Zellen spielen eine wichtige Rolle im Kampf gegen Infektionen. Ein besseres Verständnis hilft, Risiken rechtzeitig zu erkennen.

Was ist Neutropenie?

Neutropenie bedeutet, dass die Zahl der neutrophilen Granulozyten im Blut stark verringert ist – oft unter 1.500 neutrophilen Granulozyten pro Mikroliter. Diese Zellen bekämpfen Bakterien und Pilze. Sinkt ihre Zahl, steigt die Infektionsgefahr.1

Warum tritt sie häufig bei Chemotherapie auf?

Viele Zytostatika hemmen nicht nur das Tumorwachstum, sondern auch teilungsaktive Zellen wie die des Knochenmarks. Das kann bei einigen Patienten zu einem Mangel an weißen Blutkörperchen führen.1 Besonders in den Tagen nach der Therapie ist die Abwehr am schwächsten.2

Symptome – worauf sollte man achten?

Neutropenie selbst ist nicht spürbar. Warnzeichen sind aber:

  • erhöhte Körpertemperatur (über 38° C) mit oder ohne Schüttelfrost
  • Entzündungen der Mundschleimhaut (Mukositis)
  • Halsentzündungen (Angina), Husten und Atemnot (Infekt der Bronchien bzw. Lunge)
  • Durchfälle als Ausdruck einer Entzündung des Darmes
  • Blasenentzündung bzw. Infektion der Harnwege, in Form von Schmerzen beim Wasserlassen oder häufiges Wasserlassen3
  • schmerzhafte Geschwüre um Mund und After4
  • Müdigkeit oder Leistungsschwäche5

Bei jedem dieser Anzeichen sollten Patienten umgehend Kontakt mit ihrer Ärztin oder ihrem Arzt bzw. dem Behandlungsteam aufnehmen.

Diagnose einer Neutropenie während der Chemotherapie

Die Diagnose einer Neutropenie erfolgt in der Regel über ein Differenzial-Blutbild. Ergänzend beurteilen Onkologen den klinischen Zustand, mögliche Infektionszeichen, den Verlauf vorheriger Blutwerte und die eingesetzten Chemotherapie-Schemata, die die Wahrscheinlichkeit einer Neutropenie beeinflussen. Bei Verdacht auf eine Infektion werden zusätzlich Kulturen der Infektion sowie ggf. bildgebende Verfahren eingesetzt, um Komplikationen frühzeitig zu erkennen. Eine schnelle und genaue Diagnostik ist entscheidend, damit Patienten rechtzeitig Antibiotika, Wachstumsfaktoren (G-CSF) oder Therapieanpassungen erhalten können.6

Fazit

Neutropenie ist eine häufige, aber kontrollierbare Begleiterscheinung der Chemotherapie. Wer seine Risiken kennt und Symptome früh bemerkt, kann Infektionen oft vermeiden oder frühzeitig behandeln lassen und damit eine mögliche Unterbrechung der Chemotherapie umgehen.

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