Nebenwirkungen während der Glaukom-Behandlung: Was tun?
Das Wichtigste in Kürze
- Augentropfen können lokale und systemische Nebenwirkungen verursachen.
- Für die Glaukom-Behandlung stehen unterschiedliche Wirkstoffe mit unterschiedlichen Wirkmechanismen zur Verfügung.
- Nehmen Sie Beschwerden ernst und sprechen Sie mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt über eine Optimierung Ihrer Therapie.
Nebenwirkungen während der Glaukom-Behandlung: Was tun?
Die Behandlung des Grünen Stars (Glaukom) ist oft lebenslang erforderlich. Doch was tun, wenn es im Laufe der Therapie zu Nebenwirkungen kommt?
In diesem Beitrag erfahren Sie, welche Nebenwirkungen bei Glaukom-Augentropfen auftreten, und wie Sie darauf reagieren sollten.
Mögliche Nebenwirkungen bei Glaukom-Therapie
Augentropfen zur Senkung des Augeninnendrucks wirken lokal – doch das Auge ist empfindlich. Es können Nebenwirkungen wie Reizungen, des Auges, Juckreiz1 oder Rötungen der Augen und der Haut um die Augen herum2 auftreten. Manche Wirkstoffe können systemische Nebenwirkungen hervorrufen und das Herz-Kreislaufsystem betreffen.1 So können z. B. Beta-Blocker wie Timolol auch selten Auswirkungen auf Herzfrequenz oder Blutdruck haben – besonders bei älteren Patienten oder bei Asthma.3
Bei anhaltenden lokalen Beschwerden oder zusätzlichen Symptomen wie beispielsweise Sehstörungen, Lichtempfindlichkeit sowie Kreislaufproblemen oder Atemnot suchen Sie bitte ärztlichen Rat auf. Bitte orientieren Sie sich hierzu an den Angaben der Packungsbeilage.
Ein plötzlicher Therapieabbruch kann den Augeninnendruck wieder ansteigen lassen, daher ist es wichtig, sich an die ärztliche Therapieempfehlung zu halten.
Was hilft bei lokalen Nebenwirkungen?
1. Wechsel auf konservierungsmittelfreie Präparate
Einige Beschwerden entstehen durch den Zusatzstoff Benzalkoniumchlorid (BAK).4 Einige Hersteller und Produkte verzichten bewusst auf Konservierungsmittel und sind besonders bei empfindlichen Augen eine gute Alternative.
2. Anwendungstechnik prüfen
Falsches Tropfen oder eine zu hohe Dosierung kann Reizungen verursachen. Lassen Sie sich in der Apotheke oder Arztpraxis zur korrekten Anwendung beraten.
3. Lidpflege und Augengel
Bei trockenen oder gereizten Augen kann eine unterstützende Pflege helfen – etwa mit befeuchtenden Augentropfen ohne weitere Wirkstoffe.
Welche Alternativen gibt es bei Unverträglichkeit des Wirkstoffs?
Wenn ein bestimmter Wirkstoff nicht vertragen wird, kann nach ärztlichem Rat auf einen anderen Mechanismus ausgewichen werden. Alternativen sind zum Beispiel:
- Prostaglandin-ähnliche Präparate
- Betablocker
- Alpha-adrenerge Agonisten
- Carboanhydrasehemmer5
Ein Gespräch mit der Augenärztin oder dem Augenarzt hilft, die individuell passende Lösung und Therapie zu finden.
Fazit
Nebenwirkungen sind bei Glaukom-Therapien keine Seltenheit. Wichtig ist, sie nicht zu ignorieren, sondern gezielt nach Lösungen zu suchen – sei es durch andere Präparate, optimierte Anwendung oder einen Wechsel auf individuell besser verträgliche Produkte.
Die richtige Behandlung schützt nicht nur den Sehnerv, sondern auch Ihre Lebensqualität.