Abbildung eines Auges und zwei Packungen Augentropfen

Mono- und Kombinationstherapien bei Glaukom: Prostaglandinanaloga und weitere Optionen

Das Wichtigste in Kürze

  • Eine frühzeitige Diagnose und Behandlung können das Voranschreiten der Glaukom-Erkrankung reduzieren.
  • Für eine medikamentöse Behandlung stehen unterschiedliche Wirkstoffe in Tropfenform zur Verfügung.
  • Je nach ärztlichem Ermessen können auch Kombinationspräparate aus verschiedenen Wirkstoffen zum Einsatz kommen.

Das Glaukom – umgangssprachlich auch „Grüner Star“ genannt – gehört zu den häufigsten Ursachen für Erblindung weltweit.1 Eine frühzeitige und konsequente Behandlung kann den Krankheitsverlauf jedoch deutlich verlangsamen. Die Wahl des richtigen Arzneimittels oder einer möglichen Kombinationstherapie spielt dabei eine entscheidende Rolle. 

In diesem Beitrag erfahren Sie, wann eine Kombinationstherapie bei Glaukom sinnvoll ist, welche Wirkstoffe zum Einsatz kommen und welche Optionen zur Verfügung stehen. 

Was ist ein Glaukom – und warum ist die Senkung des Augeninnendrucks so wichtig?

Beim Glaukom kommt es zu einer Schädigung des Sehnervs – meist verursacht durch einen zu hohen Augeninnendruck. Dieser Druck kann entstehen, wenn das Kammerwasser im Auge nicht mehr richtig abfließen kann.

Da die Erkrankung meist schleichend verläuft und oft keine frühen Symptome zeigt, wird sie häufig erst spät erkannt. Um bleibende Schäden am Sehnerv zu vermeiden, ist eine Drucksenkung das zentrale Therapieziel.2

Monotherapie oder Kombinationstherapie?

Zu Beginn der Behandlung reicht oft ein einzelner Wirkstoff (Monotherapie). Häufig eingesetzte Wirkstoffe von arzneilich wirksamen Augentropfen sind zum Beispiel:

  • Latanoprost (Gruppe der Prostaglandinanaloga)
  • Timolol (Gruppe der Betablocker)
  • Dorzolamid (Gruppe der Carboanhydrasehemmer)
  • Brimonidin (Gruppe der Alpha-2-Agonisten)3

Wenn der gewünschte Augeninnendruck nicht erreicht wird oder die Monotherapie nicht ausreichend wirkt, kann eine Kombination verschiedener Wirkstoffe zum Einsatz kommen. Somit kann der Augeninnendruck durch den Einsatz verschiedener Wirkmechanismen effektiver gesenkt werden.

Möglichkeiten der Kombinationstherapie

Prostaglandin-Analoga gehören zu den am häufigsten eingesetzten Wirkstoffen Augentropfen bei der Behandlung eines primärem Offenwinkelglaukoms. Es wirkt, indem es den Abfluss des Kammerwassers erhöht und so den Druck im Auge senkt.4

Beispiele für Kombinationspräparate:

  • Prostaglandinanalogaund Betablocker
  • Carboanhydrasehemmer und Betablocker
  • Alpha-2-Agonisten und Betablocker5

Bei Unverträglichkeiten oder bekannten Vorerkrankungen sprechen Sie mit Ihrer Ärztin, Ihrem Arzt oder fragen Sie in Ihrer Apotheke. Einige Augentropfen können einen zusätzlichen Vorteil bieten, indem sie auf Konservierungsmittel verzichten und dadurch ggf. eine gute Verträglichkeit, insbesondere bei langjähriger Anwendung, erreichen.6

Gemeinsame Entscheidung von Patienten und Arzt

Welche Therapie geeignet ist, hängt von vielen Faktoren ab, unter anderem vom Schweregrad des Glaukoms, Begleiterkrankungen und der individuellen Verträglichkeit. Gerade deshalb ist es wichtig, die Therapie regelmäßig zu kontrollieren und ggf. anzupassen.

Apotheken und Fachpersonal spielen hierbei eine wichtige Rolle: Sie beraten zur richtigen Anwendung, erkennen Nebenwirkungen und unterstützen Patienten bei der dauerhaften Anwendung der Augentropfen.

Fazit

Die moderne Glaukomtherapie bietet zahlreiche Optionen, um die Krankheit wirksam zu behandeln. Mono- oder Kombinationstherapien von arzneilich wirksamen Augentropfen ermöglichen eine effektive und verträgliche Drucksenkung, angepasst an die Bedürfnisse jedes einzelnen Patienten und die Langzeitanwendung.

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