Augentropfen bei Glaukom: Wirkung und Anwendung ausgewählter arzneilich wirksamer Augentropfen
Das Wichtigste in Kürze
- Glaukom ist ein Sammelbegriff für eine Gruppe von Augenkrankheiten, die zu Sehverlust und Blindheit führen können.1
- Eine Behandlung kann unterschiedliche Ansätze, wie medikamentöse Augentropfen, Laser- oder operative Eingriffe umfassen.
- Das frühzeitige Erkennen und Behandelns eines Glaukoms kann den damit einhergehenden Sehverlust verzögern.
Das Glaukom – umgangssprachlich auch „Grüner Star“ – zählt zu den häufigsten Ursachen für Erblindung weltweit.2 Da es in den meisten Fällen schleichend verläuft, bleibt es oft lange unbemerkt. Einer der wichtigsten Risikofaktoren ist ein erhöhter Augeninnendruck (IOD). Die gute Nachricht: Augentropfen bieten eine effektive Möglichkeit, den Augeninnendruck zu senken – und das Fortschreiten der Krankheit zu verlangsamen.3
Was ist ein Glaukom?
Glaukom ist ein Sammelbegriff für eine chronische Erkrankung des Sehnervs. Es entsteht meist durch eine gestörte Zirkulation des Kammerwassers im Auge, wodurch der Druck steigt und der Sehnerv geschädigt wird.4 Ein einmal geschädigter Sehnerv regeneriert sich nicht. Deshalb sind eine frühe Diagnose und konsequente Behandlung entscheidend.
Wie wirken medikamentöse Augentropfen bei Glaukom?
Arzneilich wirksame Augentropfen können helfen, den Augeninnendruck zu senken – auf zwei Wegen:
- Reduktion der Kammerwasserproduktion
- Erhöhung des Abflusses aus dem Auge5
Die Auswahl des Medikaments hängt vom Glaukom-Typ, der individuellen Verträglichkeit und ggf. bestehenden Vorerkrankungen ab.
Welche Wirkstoffgruppen kommen häufig zum Einsatz?
Nachfolgend ein Auszug an möglichen medikamentösen Augentropfen, die in der Glaukom-Behandlung häufig zum Einsatz kommen.3
| Wirkstoffgruppe | Wirkung | Beispiele für Wirkstoffe |
| Prostaglandin-Analoga & Prostamide | ↑ Kammerwasserabfluss | Latanoprost, Bimatoprost, Tafluprost |
| Beta-Blocker | ↓ Kammerwasserproduktion | Timolol, Levobunolol, Betaxolol |
| Carboanhydrase-Hemmer | ↓ Kammerwasserproduktion | Dorzolamid, Brinzolamid |
| Alpha-Agonisten | ↓ Kammerwasserproduktion & ↑ Kammerwasserabfluss | Brimonidin, Clonidin, Apraclonidin |
| Miotika (Parasympathomimetika) | ↑ Kammerwasserabfluss | Pilocarpin |
| Rho-Kinase-Inhibitoren | ↓ Kammerwasserproduktion (↓ Venendruck) | Netarsudil |
Es können auch Kombinationstherapien verschrieben werden, um die Wirkung zu verstärken oder Nebenwirkungen zu reduzieren. Zusätzlich zu arzneilich wirksamen Augentropfen gibt es Medikamente, die systemisch eingesetzt werden.
Anwendung: So tropfen Sie richtig
Eine korrekte Anwendung ist für die Wirksamkeit entscheidend. Vor der Anwendung von Augentropfen empfiehlt sich ein gründliches Händewaschen, um Risiken von Infektionen zu vermeiden. Unterschiedliche Präparate können Unterschiede in der Anwendung aufweisen. Lesen Sie daher immer den Beipackzettel oder fragen Sie in Ihrer Apotheke nach der korrekten Anwendung.
Bei einer Kombinationstherapie mit beispielsweise zwei unterschiedlichen medikamentösen Augentropfen kann das Einhalten eines Abstands, beispielsweise von fünf Minuten notwendig sein. Bitte informieren Sie sich hierzu oder lesen Sie die Angaben im Beipackzettel.
Weitere wichtige Regeln zur Lagerung und Haltbarkeit von Augentropfen finden Sie in diesem Beitrag.
Wann reichen Augentropfen nicht mehr aus?
Je nach individueller Schwere und Verlauf der Erkrankung sowie weiteren Risikofaktoren stehen weitere Therapiemöglichkeiten zur Verfügung:
- Laserbehandlungen
- Minimalinvasive Glaukomoperationen
- Glaukomchirurgie (z.B. Trabekulektomie)6
Diese Verfahren werden individuell nach Schweregrad und Verlauf der Erkrankung gewählt.
Fazit
Augentropfen sind ein unverzichtbarer Bestandteil der Glaukom-Therapie. Bei richtiger Anwendung können sie das Fortschreiten der Erkrankung deutlich verlangsamen und Patienten ein stabiles Sehvermögen über viele Jahre erhalten. Wichtig dafür sind eine frühzeitige Diagnose, die richtige Anwendung und konsequente medizinische Kontrollen.
Sprechen Sie mit Ihrer Augenärztin oder Ihrem Augenarzt über die individuell für Sie passende Therapie.