Abbildung eines Beipackzettels und einer Fertigspritze

Häufige Nebenwirkungen von G-CSF-Arzneimitteln und wie Sie damit umgehen

Das Wichtigste in Kürze:

  • Granulozyten-Kolonie-stimulierenden Faktoren (G-CSF) werden häufig nach einer Chemotherapie eingesetzt.
  • Wie bei jedem Arzneimittel können auch während der Anwendung von G-CSF, wie z.B. Pegfilgrastim oder Filgrastim, Nebenwirkungen auftreten. 
  • Bei Nebenwirkungen und Unwohlsein unter der Behandlung ist stets das behandelnde Ärzte- und Praxis-Team der erste Ansprechpartner.

Pegfilgrastim, Lenograstim und Filgrastim gehören zur Wirkstoffgruppe der Granulozyten-Kolonie-stimulierenden Faktoren (G-CSF).1 Diese Arzneimittel werden häufig eingesetzt, um nach einer Chemotherapie die Bildung weißer Blutkörperchen zu fördern und das Infektionsrisiko zu senken. Wie bei vielen Medikamenten können auch hier Nebenwirkungen auftreten – nicht alle Patienten sind davon betroffen.

Warum treten Nebenwirkungen bei G-CSF auf?

G-CSF regt das Knochenmark zur vermehrten Bildung von neutrophilen Granulozyten an. Diese gesteigerte Aktivität kann im Körper spürbar sein und eine Erklärung für Nebenwirkungen wie Knochenschmerzen sein.2 Die Beschwerden sind meist vorübergehend und klingen nach einigen Tagen wieder ab.

(Sehr) Häufige Nebenwirkungen von Pegfilgrastim und Filgrastim

Knochen-, Gelenk- und Muskelschmerzen

Ihr Arzt wird Ihnen sagen, was Sie zur Linderung der Knochenschmerzen einnehmen können.

Übelkeit und Kopfschmerzen, Nasenbluten

Schmerzen an der Einstichstelle

Generelle Schmerzen in den Gelenken und Muskeln

In Ihrem Blut können Veränderungen auftreten (z.B. Leukozytose, geringe Anzahl von Blutplättchen oder geringe Anzahl von roten Blutkörperchen), die aber bei routinemäßigen Blutuntersuchungen festgestellt werden können. Die Zahl der weißen Blutkörperchen kann für einen kurzen Zeitraum ansteigen. Die Zahl Ihrer Blutplättchen kann erniedrigt sein, was zu Blutergüssen führen kann.

Durchfall, Verstopfung

Haarausfall & Hautausschlag

Müdigkeit, Schlafstörungen

Schleimhautentzündung, Schmerzen im Mund und Hals

Fieber, allgemeines Unwohlsein, allgemeine Kraftlosigkeit

Husten, Bluthusten, Entzündung der Lunge

Infektion der oberen Atemwege

Harnwegsinfektion, Schmerzen beim Wasserlassen

Verminderter Appetit 

Schwindel, Brustschmerzen

Verminderte Empfindungen, insbesondere der Haut

Kribbeln oder Taubheitsgefühl in den Händen oder Füßen

Niedriger Blutdruck, hoher Blutdruck

Vergrößerung der Leber

Muskelkrämpfe, Anschwellen der Hände und Füße 

Erhöhung der Blutwerte bestimmter Enzyme

Veränderungen der Blutwerte 

Transfusionsreaktion3

Was hilft?

Bei Nebenwirkungen und Unwohlsein unter der Behandlung ist stets das behandelnde Ärzte- und Praxis-Team erster Ansprechpartner. Diese entscheiden mit Ihnen über den weiteren Verlauf der Anwendung und die Möglichkeiten zur Linderung von Nebenwirkungssymptomen. 

Im allgemeinen Umgang bei Beschwerden durch eine zytotoxische Chemotherapie bzw. Krebserkrankung können beispielsweise folgende Maßnahmen unterstützend helfen:  

  • Ausreichend trinken
  • Leichte Bewegung4 bzw. ein Gleichgewicht zwischen Schonung und Aktivität5
  • Ausgewogene Ernährung mit Vitaminen und Spurenelemente in Mengen gemäß den Empfehlungen für gesunde Personen6
  • Geeignete Schmerzmittel nach Absprache

Wann sollte ärztlicher Rat eingeholt werden?

Unbedingt ärztlich abklären lassen sollten Sie u.a.:

  • starke oder anhaltende Schmerzen,
  • hohes oder langanhaltendes Fieber,
  • Atemnot oder Brustschmerzen,
  • ungewöhnliche Schwellungen

Weitere wichtige Warnhinweise und Vorsichtsmaßnahmen finden Sie in der Packungsbeilage Ihres Arzneimittels.

Fazit

Pegfilgrastim, Filgrastim und andere G-CSF-Arzneimittel sind ein wichtiger Bestandteil im Arzneimittelmanagement bei Patienten mit zytotoxischer Chemotherapie. Nebenwirkungen können auftreten. Eine offene Kommunikation mit der Ärztin, dem Arzt oder der Apotheke helfen, Beschwerden frühzeitig zu erkennen und gezielt zu behandeln.

Häufige Fragen zu Nebenwirkungen von G-CSF Arzneimitteln

Welche Nebenwirkungen können bei G-CSF-Arzneimitteln auftreten?

Zu den häufigen Nebenwirkungen von G-CSF-Arzneimitteln wie Pegfilgrastim oder Filgrastim gehören insbesondere Knochen-, Gelenk- und Muskelschmerzen. Auch Kopfschmerzen, Übelkeit, Müdigkeit, Reaktionen an der Einstichstelle oder Veränderungen der Blutwerte können auftreten. Welche Beschwerden tatsächlich auftreten, ist individuell unterschiedlich.

Was hilft bei Knochenschmerzen durch G-CSF?

Knochenschmerzen können entstehen, weil G-CSF die Bildung neutrophiler Granulozyten im Knochenmark anregt. Die Beschwerden sind häufig vorübergehend. Geeignete Schmerzmittel sollten nur nach Rücksprache mit dem behandelnden Ärzteteam eingenommen werden.

Wie lange dauern die Nebenwirkungen von G-CSF?

Viele Beschwerden unter G-CSF, insbesondere Knochen- und Muskelschmerzen, sind vorübergehend und können nach einigen Tagen wieder abklingen. Die Dauer und Stärke der Nebenwirkungen können jedoch von Person zu Person unterschiedlich sein. Bei starken oder anhaltenden Beschwerden sollte das behandelnde Ärzte- oder Praxisteam kontaktiert werden.

Wann sollte man bei Nebenwirkungen von G-CSF einen Arzt kontaktieren?

Starke oder anhaltende Schmerzen, hohes oder länger anhaltendes Fieber, Atemnot, Brustschmerzen oder ungewöhnliche Schwellungen sollten ärztlich abgeklärt werden. Bei Unsicherheit gilt: Das behandelnde Ärzte- oder Praxisteam ist der erste Ansprechpartner und kann beurteilen, welche Maßnahmen sinnvoll sind.

Sind Nebenwirkungen bei Pegfilgrastim und Filgrastim normal?

Nebenwirkungen können bei Pegfilgrastim, Filgrastim und anderen G-CSF-Arzneimitteln auftreten, müssen aber nicht bei jeder behandelten Person vorkommen. Welche Nebenwirkungen möglich sind und wie häufig sie auftreten, hängt vom jeweiligen Arzneimittel ab. Deshalb sollten die Angaben in der jeweiligen Packungsbeilage beachtet und Beschwerden mit dem behandelnden Ärzteteam besprochen werden.

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